Diskussionspapier zu Inklusion im Freizeit- und Breitensport

Seit den 90er Jahren engagiert sich Pfeffersport e.V. aus Berlin Prenzlauer Berg im Integrationssport. Seit 2009 gestalten wir den Verein zu einem Sportverein für Menschen mit und ohne Handicap um. Damit wollen wir einen Beitrag zur Inklusion leisten.

Mit diesem Diskussionspapier wollen wir unsere Erfahrungen über "Inklusion im Sport" teilen. Wir beziehen uns dabei auf den Breiten- und Freizeitsport und formulieren sport- und gesellschaftspolitische Forderungen, um "Inklusion im und durch Sport" voran zu bringen. Wir wünschen uns mehr Austausch zwischen Sportvereinen und Akteuren der Sportszene und laden mit diesem Papier zu einer Vernetzung in Berlin und darüber hinaus ein.

Der Sportverein Pfefferwerk e.V. aus Berlin Prenzlauer Berg organisiert seit Mitte der 90er Jahre integrative Sportangebote. Im Rahmen der Diskussion und Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention hat auch der Verein entschieden, sich stärker für Menschen mit Handicap zu öffnen und ein "Sportverein für ALLE" zu werden.
2008 und 2009 wurde im Vereinsvorstand, unter den ÜbungsleiterInnen und auf der Mitgliederversammlung des Sportvereins darüber diskutiert. Auch wenn nicht alle Beteiligten gewonnen werden konnten, so war doch eine überwältigende Mehrheit dafür, einen Beitrag zur Inklusion zu leisten. Dazu wurde 2009 die Stelle des Sportintegrationsberaters geschaffen, dessen Aufgabe darin besteht, in allen Abteilungen des Vereins zu beraten, zu koordinieren und zu unterstützen. Die breite Unterstützung im Verein und der Vereinsleitung gewährleistete, dass das Projekt Inklusion nicht auf diese eine Person "abgeschoben wurde und zum Randthema verkam.

Entsprechnend dem Motto "Nicht über uns, ohne uns" haben wir von Beginn an den Kontakt zu Selbstorganisationen und Interessenvertretungen von Menschen mit Handicap gesucht. Im Verein arbeiten mehrere ÜbungsleiterInnen mit Handicap. Durch bereits bestehende Kontakte zu Behindertensportverbänden und offensive Werbung des Sportvereins lernen wir Menschen mit Handicap kennen, die wir einladen, mit uns gemeinsam eine "inklusive" Sportgruppe ihrer Wahl zu gründen. Das erfordert sehr viel Detailarbeit: gespräche müssen geführt und Konzepte erarbeitet werden. ÜbungsleiterInnen mit entsprechenden Qualifikationen müssen gefunden und Turnhallen beantragt werden. Sporthallen oder Sportplätze vom Bezirk zugeteilt zu bekommen, ist eines der größten Hindernisse. Der Mangel an Sportstätten ist schon seit vielen Jahren ein Problem. Viele Gruppen müssen auf engem Raum gedrängt Sport treiben. In etlichen Kindersportgruppen existieren lange Wartelisten. Für inklusive und Behindertensportangebote ist die Situation noch prekärer, da in Berlin Hallen erstrangig an Sportgruppen im Liga-Betrieb oder Leistungssport vergeben werden.

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